Wie bewerte ich ein Unternehmen?

Ob zur Aufnahme neuer Kapitalgeber, beim An- oder Verkauf von Firmen oder zur Klärung steuer- oder erbrechtlicher Fragen.
Um den Wert eines Unternehmens zu ermitteln, ist die Auswahl der passenden Methode wichtig.

Das Gesamtbewertungs-Verfahren ist die häufigste Bewerbungsmethode.
Hier wird das Unternehmen als Einheit betrachtet und sein Wert aus den zukünftig erwartbaren Gesamterfolgen abgeleitet (anders das Einzelbewertungs-Verfahren, wo sich der Unternehmenswert aus der Summe der Werte seiner einzelnen Bestandteile ergibt).
Basis ist eine detaillierte Unternehmensanalyse. Hierbei spielt das wirtschaftliche Gesamtumfeld eine Rolle, die speziellen Gegebenheiten der Branche und die Position des Unternehmens.

Der Beauftragte erfasst die Daten des geographischen Tätigkeitsgebietes, die Wettbewerbssituation und die Größe des Unternehmens. Ebenso die Qualität des Managements und finanzwirtschaftliche Daten.

Zwei Methoden zur Berechnung der diskontierten Erfolgswerte sind in der Praxis gängig:

  • Zum einen das Ertragswertverfahren.
    Hierbei werden zukünftig erwartbare und ausschüttungsfähige Erträge des Unternehmens auf den Gegenwartswert abgezinst, also diskontiert. Als Kalkulationszinssatz dient die Rendite der besten Alternativanlage, die das Unternehmen als Mindestrendite erbringen sollte.
  • Alternativ ist das amerikanische Discounted Cash-flow-Verfahren (DCF) anwendbar.
    Hierbei errechnet sich der Unternehmenswert aus der Abzinsung des verfügbaren zukünftigen Cash-flows. Der Diskontierungszinsfuß basiert auf theoretischen Modellen wie insbesondere dem Capital Asset Pricing Model (CAPM). Ziel des CAPM ist es, Gleichgewichtskurse für alternative Anlagemöglichkeiten herzuleiten.

Bei beiden der beschriebenen Ansätze gilt:
Zum durch Abzinsung ermittelten Unternehmenswert muss man am Ende noch den Substanzwert des nicht betriebsnotwendigen Vermögens addieren.

Die Marktbewertungsmethode leitet den gesuchten Unternehmenswert vor allem aus den Werten vergleichbarer Unternehmen oder Märkte ab. Diese lassen sich gewinnen aus Börsenkursen oder realisierten Marktpreisen beim Verkauf vergleichbarer Unternehmen. Im nächsten Schritt werden die erhobenen Börsenkurse oder Marktpreise dann in ein Verhältnis zu bestimmten Kenngrößen wie etwa Umsatz, Gewinn oder Cash-flow gesetzt. Die daraus abgeleiteten Verhältniszahlen (“Multiples”) wendet man nun auf das zu bewertende Unternehmen an. Der Bewerter wählt für jede Vergleichsgröße einen Multiplikator aus, der als repräsentativ angesehen werden kann.

Abschließend fließt die Bewertung in ein Expose ein
Wenn Sie Ihre Immobilie verkaufen erwarten Sie ja auch ein Expose Ihres Immobilienmaklers oder? Genauso ist es mit dem Verkauf Ihres Unternehmens. Dieses Exposes zeigt dem Verkäufer und vor allem Dritten, also den Käufern, wie verlässlich der ermittelte Wert tatsächlich ist. Der Käufer muss wissen warum Ihr Unternehmen interessant und rentabel ist. Grundsätzlich ist es bei allen Analysen und Bewertungsverfahren entscheidend, die in den einzelnen Verfahrensschritten gewonnenen Zahlen korrekt zu interpretieren. Fundierte Branchenkenntnis und langjährige Erfahrungen in der Bewertungspraxis sind dazu unerlässlich.
Haben Sie Fragen zur Existenzgründung, Kauf oder Verkauf eines Unternehmens, dann kontaktieren Sie uns: info[at]existengruendung-konzepte.de
Der Autor ist Mitbegründer des Teams von: www.gruender-konzepte.de

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