Die Ursachen behindert zu sein können unterschiedlich sein.
- von Geburt
- durch eine Krankheit im Laufe des Lebens
- durch einen Unfall
Alle haben eins gemeinsam: Ihr Leben trotz des Handicaps wie jeder „nichtbehinderte Mensch“ erfolgreich zu meistern. Das ist aber nicht immer so einfach.
Ignoranz, Unverständnis und fehlende Bereitschaft zur Integration durch die Gesellschaft sind tägliche Begleiter durch das Leben eines Behinderten.
Seit März 2009 ist die UN-Behindertenrechtskonvention auch in Deutschland in Kraft.
Diese schreibt das Recht auf gemeinsame Bildung und Erziehung sowie auf Gesundheit, Rehabilitation und Arbeit fest, als Grundlage für die Teilhabe an der Gesellschaft. Mag sein das sich seit der Ratifizierung einiges geändert hat, aber gilt das auch für Hamburg?
Hamburg wirbt mit dem Slogan „Hamburg – Tor zur Welt“ und einer der bekanntesten Radiosender der Stadt mit den Worten:„Die schönste Stadt der Welt heißt Hamburg.“ Man hat aber das Gefühl behinderte Menschen sind in dieser Stadt nicht willkommen.
Nehmen wir z.B. eines der Wahrzeichen der Stadt – den Hafen. Für jeden Hamburgbesucher ein muss. Der U und S-Bahnhof „Landungsbrücken“ ist das Verbindungsglied und wird jährlich von Millionen Menschen genutzt. Wenn man aus dem Bahnhof tritt und über die Brücke in Richtung Wasser geht spürt man das Besondere. Aber soweit kommt ein Rollstuhlfahrer erst gar nicht.
Das fängt mit dem Höhenunterschied von mehr als 10 cm beim Ein- und Aussteigen aus der U- oder S-Bahn verbunden mit einer breiten Spalte an. Hat man diese Hürde überwunden steht man vor der nächsten.

Egal wo man hinschaut, man sieht und findet nur Treppen. Treppen rauf – Treppen runter. Für einen Rollstuhlfahrer erweckt sich der Eindruck, er befindet sich nicht „vor dem Tor zur Welt“ sondern „vor dem Tor zur Hölle“.
Sollte übrigens ein Rollstuhlfahrer trotzdem Lust auf den Hafen verspüren ist das möglich. Ein erhöhter Zeitaufwand (20 – 30 Minuten) und einen längeren Anfahrtsweg sollte man einplanen. U-Bahnlinie 3 aus Richtung „Berliner Tor“ 1 oder 2 Stationen vor Landungsbrücken aussteigen dort befindet sich ein Fahrstuhl.
Wer glaubt, das wäre ein Einzelfall in Hamburg, der irrt gewaltig. Es gibt unzählige Bahnhöfe in Hamburg die für Rollstuhlfahrer ungeeignet sind. Aber auch Eltern mit Kinderwagen sind auf fremde Hilfe angewiesen um die Flut an Treppen in Hamburgs Bahnhöfen zu überwinden, wenn diese darauf verzichten wollen Stufe für Stufe voran zu kommen.
Europas Umwelthauptstadt 2011 heißt Hamburg. Wenn es auch den Preis „Deutschlands behindertenfeindlichste Stadt“ gäbe, würde Hamburg sich sehr weit vorne in der Rankliste befinden.